Antrag
Antrags-Nr.: V/A 106/10
Beschluss-Nr.:RBV-764/11
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Datum:12/09/2010
Einreicher:CDU-Fraktion
Beschlussfassung in:öffentlicher Sitzung
Aktueller Antrags-Status:
2. Lesung mit Beschlußfassung

Beschlussantrag

Betrifft:

Erhöhung der Wirksamkeit von Schulverweigererprojekten
Beratungsfolge:15.12.2010 Ratsversammlung
19.01.2011 Ratsversammlung
31.01.2011 Jugendhilfeausschuss
17.02.2011 Fachausschuss Jugend /Soziales /Gesundheit und Schule
31.03.2011 Fachausschuss Jugend /Soziales /Gesundheit und Schule
28.03.2011 Jugendhilfeausschuss
20.04.2011 Ratsversammlung


Beschlussvorschlag/Begründung

Die Stadtverwaltung prüft, mit welchen Mitteln (z.B. verändertes pädagogisches Konzept, Erfolgsvereinbarung mit den Trägern...) die Wirksamkeit der Schulverweigererprojekte
signifikant verbessert werden kann. Wichtigstes Wirksamkeitskriterium ist dabei die Wiederaufnahme des regelmäßigen Schulbesuches. Die Stadtverwaltung berichtet dem Rat bis 31.03.2011 über die Ergebnisse dieser Prüfung und die daraus gezogenen Konsequenzen.

Begründung
Schulverweigerung ist ein ernstes Problem an Leipziger Schulen. Sie kann die Bildungs- und Erwerbsbiographie der betreffenden Jugendlichen irreparabel schädigen und Einstieg in einer Kriminalitätskarriere sein.

Vor diesem Hintergrund ist die Beantwortung der Anfrage F 210 zur Wirksamkeit von Schulverweigererprojekten (Ratssitzung am 20.10.) unbefriedigend: Im Schuljahr 2008/09
konnten nur 2 von insgesamt 48 Projektteilnehmern in die Schule reintegriert werden. Der zuständige Bürgermeister hält die beiden Projekte für dennoch erfolgreich, da z.B. die
Wiederaufnahme eines geregelten Tagesablaufes ermöglicht werde. Eine solche Wertung deutet auf eine dem Ernst des Themas nicht angemessene Selbstgenügsamkeit der Verwaltung und der Projektträger hin.

Die Schulverweigererprojekte sollen 2011 nach unserer Kenntnis mit ca. 380 T€ gefördert werden. Bei ähnlichen Teilnehmerzahlen wie im Schuljahr 208/09 wäre demnach mit ca. 50
Teilnehmern zu rechnen.

Das hieße wiederum, die Stadt Leipzig gibt für die Betreuung jedes teilnehmenden Schulverweigerers ca. 7.600 € p.a. aus. Für diesen Preis erwarten wir mehr als nur einen geregelten Tagesablauf! Im übrigen muss Reintegration in die Schule nicht Wiedereingliederung in die zuletzt besuchte Schule bedeuten. Angesichts der vom zuständigen Bürgermeister beschriebenen Problemlagen, z.B. Wissenslücken nach langer Schulabstinenz, geht es vielmehr um den Besuch der jeweils geeignetsten Schule in der jeweils geeignetsten Klassenstufe.

Prof. Dr. Fabian fragte am Ende seiner Antwort auf die o.g. Anfrage nach den Alternativen zu den Schulverweigererprojekten und wies darauf hin, dass man die Jugendlichen nicht völlig im Stich lassen kann. Dies ist zweifellos richtig. Die Alternative zum unbefriedigenden Ist-Zustand sind wirksamere pädagogische Konzepte!


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