Haushalt-Antrag
Antrags-Nr.: A 0141 21/22
Beschluss-Nr.:
Datum:31.03.2021
Einreicher:SPD-Fraktion
Beschlussfassung in:öffentlicher Sitzung
Block für RV:verwiesen

Votum erw. FA Finanzen:

06.03.2021 13/0/0 zur Verweisung - Die CDU-Fraktion stellt Antrag zur Geschäftsordnung - Verweisung der Anträge ins Verfahren
Die CDU-Fraktion stellt Antrag zur Geschäftsordnung - Verweisung der Anträge ins Verfahren.


Beschlussantrag

Betrifft:

Fach- und Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen
Beratungsfolge:31.03.2021 Ratsversammlung (Beschlussfassung Haushalt)
06.03.2021 erweiterter Fachausschuss Finanzen
22.02.2021 Jugendhilfeausschuss
02.03.2021 FA Allgemeine Verwaltung
18.02.2021 FA Jugend und Schule


Beschlussvorschlag/Begründung

Zur Schaffung einer Fach- und Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen bei einem Freien Träger sind
im Haushaltsplan 2021/2022 Mittel für 1 VzÄ einzustellen.

Zur Gegenfinanzierung der avisierten Ausgaben wird auf den Antrag "Kreditermächtigungen für die Jahre 2021 und 2022 erhöhen" verwiesen.


Die Vermutung, dass sexuelle Grenzverletzungen bzw. Übergriffe stattgefunden haben, erfordert ein zügiges, verantwortungsbewusstes

Handeln der Fachkraft, sowie ein niedrigschwelliges Beratungsangebot, mit dem Ziel der Entlastung für die Betroffenen. Die Belastungen
nach sexuellem Missbrauch oder anderen Formen sexualisierter Gewalt sind in der Regel für die Betroffenen sehr hoch. Durch
fachkompetente und individuelle Hilfe wollen wir den Betroffenen sowie deren Angehörigen zusätzliche Belastungen ersparen und kurze,
transparente Unterstützungswege schaffen, um das Erlebte möglichst zeitnah und nachhaltig aufarbeiten zu können. Dadurch können
Traumafolgestörungen verringert werden. Die Fach- und Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen richtet ihr
Angebot an Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre (m/w), die von sexualisierter Gewalt betroffen oder bedroht sind. Pro Schulklasse wird davon
ausgegangen, dass 1-2 Schülerinnen und Schüler sexualisierte Gewalt erlebt haben bzw. erleben. Die Auswertungen der Ausstellung
“Echt Krass” in Leipzig, durchgeführt durch die Fach- und Koordinierungsstelle Mädchenarbeit Girlz*Space in Kooperation mit LEmann e.V.,
bestätigen diese Aussage. Neben der Beratung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen soll ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in
der Prävention sexualisierter Gewalt liegen. Die Sozialpädagogin oder der Sozialpädagoge wird Schulungen und Fortbildungen für Fachkräfte
und Multiplikatoren durchführen. Dabei wird es zum einen darum gehen, diese für das Thema zu sensibilisieren und fachlich zu schulen, zum
anderen gemeinsam mit den Fachkräften und Multiplikatoren zu erarbeiten, welche Möglichkeiten es gibt, sexualisierte Gewalt/sexuellen
Missbrauch zu verhindern. Das heißt die Sozialpädagogin/der Sozialpädagoge wird auch als Ansprechperson für Schutzkonzepte in
Einrichtungen zur Verfügung stehen. Prävention von sexualisierter Gewalt kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten mit dem gleichen
fachlichen Kenntnisstand ausgestattet sind und handlungssicher im Umgang mit möglicherweise auftretenden Fällen von sexualisierter
Gewalt/sexuellem Missbrauch sind. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die interdisziplinäre Vernetzung mit allen beteiligten Fachkräften,
um sowohl in der Prävention als auch bei Interventionen fallübergreifend, zeitnah und vor allem bedarfsgerecht agieren zu können.
Wichtige Partnerinnen und Partner im Leipziger Hilfenetzwerk können z.B. das Childhood-House Leipzig, das Netzwerk Kinderschutz und
frühe Hilfen, die Fach- und Koordinierungsstelle Mädchenarbeit Girlz*Space und die Fach- und Koordinierungsstelle Jungenarbeit des
LEmann e.V. Leipzig, sowie Erziehungsberatungsstellen sein. Institutionen mit denen eine Vernetzung angestrebt werden sollte sind z.B.
die Polizeidirektion Leipzig sowie das Amt für Jugend, Familie und Bildung.

Kostenkalkulation für die Stelle ist pro Jahr 40.603,00 Euro einzuplanen. Für 2021 beginnend ab 1. August bedeutet dies. 13.535,00 Euro einzustellen. Und für 2022 40.603,00 Euro.
Entgelgruppe S 11b Stufe 1.