Änderungs-/Ergänzungs-Antrag
Antrags-Nr.: DSV/ 1904/12
Datum:07/17/2012
Einreicher:Mitglieder des Migrantenbeirates
Beschlussfassung in:öffentlicher Sitzung
Status:

Beschlussantrag

Betrifft:

Konzept "Wohnen für Berechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Leipzig“

Ergänzungsvorschlag

Der Beschlussvorschlag wird im Punkt 5 wie folgt ergänzt:
Zusätzlich zur sozialen Betreuung werden finanzielle Mittel für qualifizierte Sprach- und Kulturmittler bereitgestellt sowie der Aufbau eines Netzwerkes bzw. Pools von Sprach- und Kulturmittler unterstützt auf die die BetreuerInnen bei Bedarf zugreifen können.

Beschlussvorschlag/Begründung des Änderungs-/Ergänzungs-Antrages

Der Einsatz von Sprach- und Kulturmitteln ermöglicht eine sachliche und ergebnisorientierte Kommunikation und Interaktion. Sie vermitteln mit Hilfe ihres Hintergrundwissens über die eigene Herkunftskultur auf sprachlicher wie auf soziokultureller Ebene. Allgemein lässt sich somit darstellen, dass Sprach- und KulturmittlerInnen soziokulturelle Hintergründe dolmetschen und vermitteln, um die Kommunikation zwischen fremdsprachigen KlientInnen, in diesem Fall Asylbewerber und Einrichtungen der Regelversorgung im Bereich Gesundheit, Soziales und Bildung zu gewährleisten. Durch ihren Einsatz bauen sie eine Brücke zwischen den Einrichtungen, wie z. B. Krankenhäusern, psychosozialen Zentren, Arztpraxen, Beratungsstellen oder anderen sozialen Diensten, und deren fremdsprachigen KlientInnen.
Mit Hilfe von Sprach- und KulturmittlerInnen soll die Kommunikation zwischen AsylbwerberInnen im Bereichen des täglichen Lebens und VertreterInnen des Gastlandes unterstützt werden. Die VertreterInnen des Gastlandes besitzen neben besseren Sprachkenntnissen oftmals auch einen anderen Wissens- und Erfahrungs­horizont als die Angehörigen der sprachlichen Minderheit. Zwischen beiden Seiten besteht auch oft nicht nur ein ungleicher Bildungsstand, sondern es kommen zusätzlich heterogene Wertesysteme und Denkmuster sowie unterschiedliche soziokulturelle Konventionen und Normen zum Tragen. Das Bindeglied zwischen beiden Gesprächsparteien stellen somit die Sprach-und KulturmittlerInnen dar, die das asymmetrische Machtgefälle zwischen beiden Parteien ausgleichen und zum Abbau sprachlicher und kultureller Barrieren beitragen sollen. Durch die Hilfe von Sprach- und KulturmittlerInnen sollen im Sinne des Konzeptes, Qualität und Verständigung sicher stellen und kulturell bedingte Missverständnisse und Konflikte vermieden, rechtzeitig erkannt und beseitigt werden. Abgebaute Hemmschwellen, Vorurteile und Ängste bieten eine gute Basis, um kulturell und sprachlich aufeinander zuzugehen.


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