Änderungs-/Ergänzungs-Antrag
Antrags-Nr.: DSV/ 297/10
Datum:04/15/2010
Einreicher:CDU-Fraktion
Beschlussfassung in:öffentlicher Sitzung
Status:mit Änderungen angenommen

Beschlussantrag

Betrifft:

Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 286 "Stadtteilzentrum Lindenauer Markt" Stadtbezirk Leipzig-Altwest, Ortsteil Altlindenau - Satzungsbeschluss

Ergänzungsvorschlag

Folgender Beschlusspunkt ist zu ergänzen:
Ausbildung der Henricistraße Richtung Lindenauer Markt zu einer Sackgasse und Einordnung von Baumscheiben entlang der künftigen Fassade des Stadtteilzentrums, soweit es vorhandene Leitungen zulassen. Diese Maßnahmen erfolgen zu Lasten des Vorhabenträgers.

Folgende Formulierung in der Begründung zum vorhabenbezogenen B-Plan ist zu ergänzen:

Seite 55, unter 12.2.3. Bauweise, nach dem 1. Absatz
Die Fassade zur Henricistraße ist deutlich zu strukturieren, um das kompakte Erscheinungsbild im Vergleich zur Umgebungsbebauung aufzulockern. Dazu ist optisch die Struktur der Gründerzeithäuser aufzunehmen.
Der Durchführungsvertrag ist entsprechend in geeigneter Weise zu ändern bzw. zu ergänzen.

Beschlussvorschlag/Begründung des Änderungs-/Ergänzungs-Antrages

Vorbemerkung:
Die öffentliche Auslegung fand im Februar/März 2007, also vor genau 3 Jahren, statt.
Zwischen Auslegung und Satzungsbeschluss liegt somit ein unüblich langer Zeitraum.
Seit der Auslegung gab es kaum eine öffentlich erkennbare Kommunikation des Vorhabenträgers oder der Verwaltung zum weiteren Fortgang der Planung in der Öffentlichkeit.
Zwischenzeitlich war gerade für den Ortsteil Altlindenau eine deutliche Dynamik in der Bevölkerungsentwicklung, vornehmlich durch Zuzug, zu verzeichnen. So dass es nicht überraschen sollte, dass die ursprüngliche Intention des Bauvorhabens vielen Bürgern unbekannt ist.

Das Bürgerforum am 18.März kann vor diesem Hintergrund als eine nochmalige (nicht förmliche) öffentliche Auslegung angesehen werden.
Dieses Bürgerforum erbrachte ein sehr ausdifferenziertes Meinungsbild mit einer Vielzahl von Einwänden, Hinweisen und Änderungswünschen.
Es ist daher zu erwarten, dass die zum Bürgerforum am 18.März vorgetragenen Einwände in einem geeigneten kurzfristigen Verfahren geprüft und abgewogen werden. Das Abwägungsergebnis ist dem Satzungsbeschluss bei seiner Wiedervorlage beizufügen.

Mit Vorlage des Satzungsbeschlusses wird außerdem deutlich sichtbar, dass die Flurstücke 328 und 329 sehr stark in ihrer bisherigen Nutzung eingeschränkt werden. Verschattung und Verlärmung minimieren den Wert der Grundstücke, mehr als bei einer klassischen Wohnbebauung zu erwarten wäre. Es kann aber festgestellt werden, dass zur Zeit Gespräche durch den Vorhabenträger laufen, um auf geeigneten Wegen den Lastenausgleich herzustellen.

zu 5.

Ein wesentlicher Kritikpunkt in der öffentlichen Diskussion ist die Verkehrserschließung, insbesondere für den Kundenverkehr. Befürchtet werden generell eine Überlastung der Anliegerstraßen im Umfeld des Vorhabens und insbesondere Schleichverkehr und Missachtung der verkehrsorganisatorischen Maßnahmen im Bereich Henricistrasse/Lindenauer Markt.
Objektiv betrachtet ist die Verkehrserschließung für den von Westen und Süden kommenden Kundenverkehr über Lützner Straße/Zschochersche Straße/Kuhturmstraße plausibel und konfliktarm.
Probleme dürfte hingegen der von Norden kommende bzw. dorthin abfließende Kundenverkehr
(aus dem Norden des OT Altlindenau, Leutzsch und weiter nördlich/nordwestlich liegenden Ortsteilen) bereiten. Es bestehen berechtigte Zweifel, ob die vorgesehenen verkehrsorganisatorischen Maßnahmen ausreichen, um eine unzumutbare Verkehrsbelastung zu verhindern.
Neben einer nochmalige Prüfung und Überarbeitung des Verkehrskonzeptes zu diesem Aspekt, spätestens nach einem Jahr der Inbetriebnahme (wie schon im Durchführungsvertrag festgelegt), sollten schon zu Beginn baulich-technische Maßnahmen vorgenommen werden, die dazu geeignet sind, die Aufenthaltsqualität auf dem Lindenauer Markt und die Wohnqualität in der Henricistraße zu sichern und zu verbessern.

zur textlichen Änderung:

Die Fassade des Stadtteilzentrums spiegelt die Funktion des Gebäudes zweifelsfrei wieder und ist Ergebnis eines Fassadenwettbewerbes. Gleichwohl ist auch diese Fassade häufiger Gegenstand der Kritik. Objektiv betrachtet weicht sie insbesondere auf der Seite Henricistrasse in ihrer Großflächigkeit und Massivität stark von der Kleinteiligkeit und Gründerzeitlichkeit des benachbarten bzw. gegenüberliegenden Gebäudebestandes ab und fügt sich so nur schwer in die Umgebung ein.
Nachbesserungen im Zusammenhang mit der Ausführungsplanung sind wünschenswert, insbesondere in Bezug auf eine Auflockerung und abwechslungsreichere Gliederung auf der Seite Henricistrasse.
Wir erwarten daher eine Prüfung, in welcher Weise beim weiteren Vollzug der Planung im Einvernehmen mit Architekten und Vorhabenträger eine Auflockerung und abwechslungsreichere Gliederung der Fassade, vorrangig an der Henricistrasse, erreicht werden kann. Ergebnisse dessen sind dem Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau vorzulegen.


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